Am 08.11.2011 flogen wir mit großen Erwartungen zu unserer Städtereise von Stuttgart mit SunExpress nach Istanbul  (das frühere Byzanz oder Konstantinopel, die östlichste Stadt Europas zugleich die westlichste des Orients wollte drei Tage von uns erobert werden).

Wie immer hatte sich Marita schon wochenlang im Vorfeld mit dem Reiseführer beschäftigt und unsere Tage in Istanbul genau geplant. Und so sollte es auch wieder einen tollen Städtetrip für uns werden.

 

Nach der pünktlichen Landung auf dem Istanbuler Sabiha Gökcen Airport wurden wir schon mit Namenstafel von einem Fahrer der Firma Istanbulairportshuttle

(http://www.istanbulairportshuttle.com/) in Empfang genommen.

Die Fahrt vom Flughafen zu unserem Hotel, das im Stadtteil Sultanahmet lag gestaltete sich als Langwierig, da wir mitten durch den täglichen Rushhour über die Bosporusbrücke in die City von Istanbul mussten

Nach ca. eineinhalb Stunden Fahrt kamen wir endlich in unserem Hotel (http://www.fehmibey.com/) an, checkten ein und dann wollten wir noch kurz los was essen.

Wir erkundigten uns an der Rezeption nach einem Lokal in der Nähe, und wurden leider sehr enttäuscht.

Wir bekamen ein Fischrestaurant empfohlen, das sich später als große Abzocke herausstellen sollte. Nach dem üppigen, aber total überteuerten Essen ging es noch rund um die Blaue Moschee und zurück ins Hotel schlafen.

 

Der erste Tag war nun vorbei, aber zum Glück hatten wir noch drei volle Tage in Istanbul. So ging es dann auch gleich früh am ersten richtigen Tag in Istanbul los.

 

 

2.Tag

Gleich nach dem Frühstück marschierten los. Unser erstes Ziel war der Topkapi Palast (http://de.wikipedia.org/wiki/Topkap%C4%B1-Palast).

Die einstige Residenz der Osmanischen Sultane ist ein Palastkomplex mit Harem, Schatzkammer, und Prinzenpavillons.

Der Palast ist eine sehr große und  Interessante Anlage, die uns teilweise aus dem Staunen nicht herausbrachte.

Unsere nächste Station war dann die Hagia Sophia (http://de.wikipedia.org/wiki/Hagia_Sophia).

Einst war die Hagia Sophia die größte Christliche Kirche und wurde dann später zur Moschee. Heute kann die Hagia Sophia als Museum besichtigt werden.

Im Anschluss zur Hagia Sophia ging es für uns dann zur Yerebatan Sarayi, der unterirdische Zisterne die auch als versunkener Palast (http://de.wikipedia.org/wiki/Cisterna_Basilica) bezeichnet wird. Einst war diese Zisterne der größte Wasserspeicher Istanbuls. Das Wasser wurde vom Belgrader Wald aus ca. 19 km Entfernung nach Istanbul geleitet. Das Gewölbe wird von 336 Marmorsäulen, die bis zu 8 Meter hoch sind gehalten. Am Ende der Zisterne befinden sich 2 Medusa Köpfe unter 2 Säulen, die aus der römischen Zeit stammen. Vermutlich wurden sie von einem alten römischen Bau gebracht und hier als Sockel für die Säulen verwendet. Medusa ist eine von 3 Schwestern, die man als die furchterregenden Gorgonen bezeichnet. Eine Szene aus dem zweiten James Bond Film "Liebesgrüße aus Moskau" wurde in der Yerebatan Zisterne gefilmt (1963).

Durch das gedämpfte Licht und die klassische Hintergrundmusik entsteht hier "Gänsehautfeeling".

Nach dem Besuch der Zisterne wollten wir eigentlich die "Blaue Moschee" besuchen was wir dann aber aufgrund der langen Schlangen vor der Moschee ausfallen ließen.

Also machten wir uns auf um die Altstadt zu erkunden. Unser nächster Stop war die Galatabrücke im Stadtteil "Eminönü" wo wir uns ein leckeres "Balik Ekmek" (Fischbrötchen) schmecken ließen. Sehenswert sind die Boote im Wasser, auf denen der Fisch gebraten wird. Fasziniert haben uns dann noch die vielen Angler auf der Galatabrücke. Von Sonnenaufgang bis spät in die Nacht hinein sieht man sie auf der Galata Brücke beim Angeln. Nachdem wir hier alles gesehen hatten, beschlossen wir uns eine AKBIL  (Istanbul Karte) zu kaufen. AKBIL ist ein elektronisches Ticket für den öffentlichen Verkehr in Istanbul. Er ist gültig z.B. für Busse, Tram, Tünel, Metro, und Fähren.
Den Akbil kauft man an einem kleinen weißen Häuschen mit roter Schrift  "Akbil Satis" ( Satis muss dranstehen, bei Noktasi kann man nur nachladen) z.B. in Eminönü am Busbahnhof oder in Sirketci beim Bahnhof. In Sultanahmed konnte man nur nachladen. Die Akbil Karte ist in der Größe einer Scheckkarte und wird beim Einstieg in Busse, beim Eintritt in Stationen oder an S-Bahn Haltestellen einfach an einen Leser gehalten und entweder geht ein Drehkreuz auf, oder man kann nach erfolgreicher Abbuchung gleich in das öffentliche Verkehrsmittel steigen.

Mit unserer neu erworbenen AKBIL Karte gingen wir sogleich über die Galata Brücke in Richtung der Tünel-Bahnstation. Die Tünelbahn ist eine historische Standseilbahn

(http://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%BCnel) die vom Stadtteil Karaköy zum Stadtteil Beyoglu auf dem Galatahügel fährt. Oben angekommen ging es dann mit der Nostalgischen Tram Richtung Taksim Platz.

Hier im modernen Stadtteil Istanbuls machten wir einen schönen Stadtbummel und staunten über die modernen Türken und über die vielen schönen Läden die uns irgendwie an die Königsstraße in Stuttgart erinnerte.

Erwähnt werden muss auch die "Nevizade Sokak" die "Raki Straße". Das Nevizade Sokak ist eine sehr belebte und vielleicht die berühmteste Gasse von ganz Istanbul. Hier feiern Touristen und Einheimische bis in die frühen Morgenstunden. Neben Türkischen Restaurants, gibt es auch traditionelle Türkische Kneipen "den Meyhanes", Bars, Diskos und Einige Clubs. Nahe zu 24 Stunden ist hier etwas los. Was besonders an diesem Ort ist, ist das Flair. Massig Menschen, und die Gasse ist total überfüllt. Restaurantbesitzer und Kellner ringen wortwörtlich für ihre potentiellen Gäste.

Hier fanden wir dann auch am nächsten Tag ein sehr leckeres Restaurant, das Restaurant "ABBAS" (http://www.abbasrestaurant.com.tr/) wo wir dann noch an den zwei folgenden Abenden zum Essen waren und wir nur empfehlen können.

Nachdem wir hier genug gesehen hatten, schlenderten wir wieder den Galata Hügel hinunter bis an den Fähranleger von Eminönü, bestiegen (natürlich mit unserer Weltklasse Akbil-Karte) ein Passagierboot um eine Fahrt auf dem Bosporus zu machen. Da es nun auch schon langsam dunkel wurde genossen wir den Blick auf die beleuchteten Teile der Stadt und natürlich die Beleuchteten Bosporusbrücken.

Leider ging diese schöne Fahrt dann zu Ende und wir machten uns auf den Rückweg. Unterwegs liesen wir es uns noch bei gemischten Mezes schmecken bevor es dann wirklich ins Hotel ging.

Bei einem Glas Wein und dem wunderschöne Ausblick von der  Dachterrasse unseres Hotels ging dieser schöne und erlebnisreiche Tag zu Ende.

 

 

 

 

 

 


3.Tag

Auch heute hieß es wieder früh raus aus den Federn und hinein ins Getümmel. Den heutigen morgen wollten wir in dem Bazarviertel von Istanbul verbringen.

Zu Fuß gingen wir los Richtung Großer Bazar. Dort angekommen schlenderten wir durch die überdachten Gassen von einem Geschäft zum nächsten.

Insgesamt soll es im Bazarviertel rund 4000 Geschäfte mit ca. 20000 Beschäftigten geben.

Die Läden außerhalb des Basars sind immer nach Ihrem Handwerk in Straßen zusammengefasst.

So gibt es z.b. eine Straße nur mit Tücherhändler, eine andere mit Holzutensilien usw.

Wir liefen durch die Gassen Richtung Goldenes Horn, denn unser nächstes Ziel sollte der Ägyptische oder auch der Gewürzbasar sein.

Unterwegs kamen wir an einem Türkischen Berber Laden vorbei, und Rüdiger meinte dass er dringend eine Rasur und einen Haarschnitt bräuchte.

Danach gingen wir dann weiter Richtung Gewürzbasar.

Dort angekommen schauten wir uns zuerst um, bevor wir uns dann mit Tee und verschiedenen Gewürzsorten eindeckten. Am Ende hatten wir dann viel mehr eingekauft als wir ursprünglich wollten.

Bei so viel Shoppen verging die Zeit wie im Fluge, und wir mussten uns langsam beeilen das wir wieder in unser Hotel kamen, denn da hatten wir uns um 14:00 Uhr mit einem privaten deutschsprachigen Tour Guide verabredet, der mit uns die Stadtteile erkunden wollte in die selten Touristen gehen.

Schon kurz vor 14 Uhr wartete Herr Başaran (http://www.istanbulguide.de/) in der Hotellobby auf uns. Nach kurzem Vorstellen und einer kurzen Besprechung beschlossen wir, dass es in die Stadtteile Fatih (altgriechisch) und Basalt (ehem. Jüdisch) gehen sollte.

Zu Fuß ging es dann auch gleich los, und Herr Başaran zeigte uns von Anfang an sehr interessante Gebäude wie z.b. ein Han (Karawanserei - http://www.eslam.de/begriffe/k/karawanserei.htm).

Wir besichtigten das große Gebäude von unten bis auf das Dach mit einer unglaublich schönen Aussicht über Istanbul.

Herr Başaran erklärte uns, dass heute noch in den Stockwerken der alten Karawanserei Waren von Hand gefertigt werden, die dann im Basar Viertel verkauft werden.

Weiter ging es dann nach Fatih zur Süleymaniye Moschee.

Doch auch dieses mal hatten wir wieder etwas Pech mit der Besichtigung der Moschee, da gerade in der Moschee gebetet wurde.

Unser Guide erklärte uns die Moschee und erwähnte dabei, dass auch ein „Türbe“ (Mausoleum) des Sultans Süleyman und seiner Frau, sowie ein Friedhof, eine Bibliothek, ein Krankenhaus, eine Koranschule, eine normale Schule sowie eine Armenküche zur Moschee gehörten.

Mit jedem Meter den wir weiter in den Stadtteil Fatih gingen veränderten sich die Häuser und die Menschen um uns herum. Zuerst waren es zum Teil verfallene und zum Teil schon schön restaurierte alte Holzhäuser.

Herr Başaran erzählte uns, dass früher wegen den immer wiederkehrenden Erdbeben die Häuser nur aus Holz gebaut wurden.

In den nächsten Straßenzügen waren es dann Steinhäuser die im typisch Griechischen Stil gebaut waren. Alle Häuser hatten kleine Balkone zur Straßenseite und waren größtenteils in einem sehr schlechtem Zustand.

Noch mehr aber als die Häuser veränderte sich das Bild der Menschen die uns begegneten.

Die Männer trugen fast alle lange Bärte und schwarze Kleidung, die Frauen waren waren so verschleiert das man nur noch ein kleines Dreieck des Gesichtes sah. Nur die Kinder trugen hier bunte Kleidung.

Ohne unseren Guide, wären wir wohl sicher umgekehrt.

Dieses Bild bot sich uns dann auch noch im Stadtteil Basalt.

Unterwegs kamen wir noch an einem Teil der römischen Wasserleitung (diese Wasserleitung wurde von den Römern ca. 300 n.C. erbaut) vorbei, die einst die Zisterne (Cisterne Basilica)  von Istanbul mit Wasser versorgte.

Nun beschlossen wir Richtung Gewürzbasar zu gehen wo unsere schöne und Interessante Führung zu Ende gehen sollte. Auf diesem Wege kamen wir noch an der Kathedrale des Ökumenischen Patriarch von Konstantinopel vorbei. Wir besichtigten diese Kathedrale, und gingen dann zusammen weiter, bis wir uns dann zwischen Gewürzbasar und Galatabrücke von unserem Guide Herr Başaran verabschiedeten und uns nochmals für diesen Interessanten und schönen Nachmittag bedankten. Wir waren uns einig, das wir einen absolut tollen und sehr sehenswerten Nachmittag hatten (wir können Herr Başaran nur weiterempfehlen).

Trotz schmerzender Füße, beschlossen wir über die Galatabrücke zu gehen und wieder mit der Tünelbahn in den Stadtteil Beyoglu zu fahren um in der "Nevizade Sokak" Abend zu Essen (auch ein toller Tipp von unserem Guid Herr Basaran).

Nach einem leckeren Abendessen beschlossen wir auf dem kürzesten Weg mit Tünel und Straßenbahn in unser Hotel zu kommen.

Im Hotel angekommen, ließen wir bei einem Glas Wein und einem Raki den Tag noch einmal auf unserer schönen Dachterrasse Revue passieren.

Das Istanbul, dass wir heute mit Herr Başaran kennenlernten, könnte nicht gegensätzlicher sein.

 

 

 

 

 

 

 

 

4.Tag

Unser 4ter und letzter Tag in Istanbul war leider etwas regnerisch, weshalb wir beim Frühstück beschlossen den Tag heute etwas ruhiger angehen zu lassen.

Mit der Straßenbahn fuhren wir nach Eminönü zur Fähranlegestelle am Bosporus und bestiegen die Fähre nach Kadiköy im Asiatischen Teil von Istanbul. Zuerst bummelten wir durch den kleinen Markt in Kadiköy, auf dem schon reges Treiben herrschte. Wir waren sehr erstaunt, wie sauber und schön die Händler Ihre Ware (Fisch, Obst und Gemüse) vor den Geschäften richteten.

Im Anschluss besuchten wir den großen Markt (Sali Pazari), der vom Hafen Kadiköy am besten mit dem Bus (16A, 16F, 16M, 16U) zu erreichen ist.

Wir waren erstaunt von der Größe des Marktes, auf dem von Fisch, über Klamotten, Obst und Gemüse bis hin zu billigen Elektroartikeln und vieles andere verkauft wurde.

Danach ging es wieder gemütlich zurück mit der Fähre nach Eminönü. Im großen Bazar wollten wir uns noch ein wenig umschauen (und einen Gürtel kaufen).

Auch an diesem letzten Abend gingen wir nochmals mit der Tünelbahn in den Stadtteil Beyoglu wo wir uns im Abbas Restaurant unsere letzten Mezes schmecken ließen.

Dann ging es zurück in unser Hotel, auf die Dachterrasse und genossen ein letztes Mal den Ausblick bei einem Glas Wein.

Am anderen morgen wurden wir dann nach dem Frühstück wieder von unserem Shuttlebus abgeholt der uns zum Sabiha Gökcen Airport brachte. Pünktlich bestiegen wir unsere Maschine, und es ging zurück nach Stuttgart.

Leider gingen unsere schönen Tage in Istanbul viel zu schnell vorbei.

Aber wir werden wiederkommen.

Istanbul