Vom 04.06.2012 bis zum 30.06.2012 begleitete ich als zweiter Fahrer unseres SWR-Schnittmobils meinen Kollegen Andi Dittrich (Fahrer des Schnittmobils) zu den Spielen der Deutsche Fußball Nationalmannschaft in Polen und der Ukraine. Aufgabe des Schnittmobils war es Schnittplätze für die ARD und das ZDF bei den Spielen der Deutschen Fußball Nationalmannschaft zur Berichterstattung bereitzustellen.

Das Schnittmobil war allerdings nur ein Fahrzeug eines Konvois der ARD und des ZDF, bestehend aus 5 Fahrzeugen. Dazu gehörten noch zwei SNG ( http://de.wikipedia.org/wiki/Elektronische_Berichterstattung) ein Maskenmobil und ab der Ukraine ein Security Begleitfahrzeug.

Mit den Fahrerkollegen dieser Fahrzeuge sowie unserem Reise-Team Aufnahmeleiter (Tobi Baumeister) und unserem Stringer (Hans Christian Heinz) vereinbarten wir einen Treffpunkt an der Deutsch-Polnischen Grenze in der Nähe von Görlitz. So ging es dann für uns am 04.06. los, und nach knapp 10 Std. Fahrt trafen wir an unserem ersten Ziel auch die anderen Kollegen vom WDR und ZDF. Wie es sich herausstellte, waren noch zwei Kollegen des BR dabei, die uns allerdings mit Ihrem Ü-Wagen bzw. Rüstwagen nur bis ins Stadion Lemberg/Lviv begleiten sollten. Wir stellten uns kurz vor, besprachen einige Details und nach einem leckeren Abendessen liesen wir den Abend ausklingen.

Am nächsten morgen ging es dann via Wroclaw (Breslau) - Katowice (Kattowitz) - Kraków (Krakau) bis Przemyśl an der Ukrainischen Grenze. Hier wurden wir schon an einem Hotel mit bewachtem Parkplatz von den anderen Kollegen wieder empfangen (durch Polen fuhr jeder selbständig).

Nachdem auch hier einige Details zum bevorstehenden Grenzübergang in die Ukraine besprochen wurde, löste sich dann die Gruppe schnell auf.

Am anderen morgen ging es dann auch geordnet im Konvoi los, und nach kurzer Zeit erreichten wir die Polnisch / Ukrainische Grenze bei Krakowez.

Obwohl alles organisiert, und eine UEFA - Lane eingerichtet wurde, benötigten wir trotzdem 6,5 Std für den Grenzübergang und die Grenzabfertigung ( insgesamt 6 Anlaufstellen die jede mit Wartezeit verbunden ist).

Am späten Nachmittag erreichten wir dann die "Arena Lviv" wo Deutschland beim ersten Vorrundenspiel auf Portugal traf.

Hier trennte sich der Konvoi, da wir und der Ü-Wagen des BR im Stadion blieben, aber Tobi und Hans Christian mit den anderen Fahrzeugen weiter zum DFB Teamhotel in die Stadtmitte nach Lviv fuhren.

Wir bauten dann das Schnittmobil auf, verkabelten mit dem Ü-Wagen des BR und waren auf das Ergebnis des ersten Spiels gespannt.

Direkt nach dem Spiel und nachdem die Kollegen im Schnittmobil fertig mit dem schneiden der Berichte waren, hieß es für uns abbauen, den am nächsten morgen ging es früh weiter über Kiev nach Charkiw.

Die Fahrt von Lviv nach Kiev (ca.600 km) verlief sehr angenehm, da die Straßenverhältnisse doch besser waren als wir vermuteten. So kamen wir am Abend des 10.Juni in Kiev an, und parkten unsere Fahrzeuge im TV-Compound des NSK «Olimpijskyj - Stadion zwischen. Dann ging es ins Hotel.

Weiter ging es dann morgens am 11.06.2012 Richtung Charkiw. Erstaunt waren wir doch sehr wie groß Kiev ist. Die Fahrt verlief wieder sehr ruhig aber die Straßen wurden nach etwa 400 km schlechter, jedoch nicht so schlecht wie man von anderen gehört hat.

So kamen wir dann wieder am späten Nachmittag im Metalist Stadion in Charkiw an.

Unser Ablauf war gleich wie in Lviv. Wir mit dem Schnittmobil mussten wieder ins Metalist-Stadion und die anderen wieder zum Teamhotel. So konnte dann das Spiel gegen die Niederlande beginnen.

Zum letzten Vorrundenspiel mussten wir dann wieder zurück nach Lviv mit einem Zwischenstopp wieder in Kiev. Dieser Zwischenstopp sollte uns aber alle überraschen. Denn nachdem wir eingecheckt waren, stellten wir fest dass es im ganzen Hotel kein Strom gab. Zu allem Erstaunen mussten wir dann auch noch ohne Wasser auskommen, da aus allen Leitungen nichts kam. Nach heftiger Debatte von Hans Christian mit der Hotelführung am anderen morgen fing ein Angestellter des Hotels an, aus dem Ziehbrunnen vor dem Haus Wasser zu holen und in Plastikflaschen abzufüllen damit wir uns wenigstens etwas Waschen konnten. So ging es dann auch unrasiert weiter Richtung Lviv. Abenteuer pur.

Wieder in Lviv angekommen war unser Ablauf schon eingespielt und verlief genauso wie die Spiele zuvor.

Nachdem die deutsche Nationalmannschaft auch Ihr Vorrundenspiel gegen die Dänen gewinnen konnten, ging es am 18.06. weiter nach Gdansk (Danzig) zum Halbfinalspiel das am 22.06. ausgetragen wurde. Dieses mal hatten wir an der Grenze Glück, und wir benötigten nur 2,5 Std. um unsere Zollformalitäten an der Ukrainisch polnischen Grenze zu erledigen. Unsere Fahrt führte uns über Kraków - Katowice nach Danzig. Auf dieser Fahrt mussten wir feststellen das die Straßen in Polen um einiges schlechter waren als in der Ukraine.

In Danzig ging es dann als erstes zum Quartier der Deutschen Nationalmannschaft wo unsere Klimaanlage repariert wurde die leider in Lviv bei Temperaturen von ca.33 Grad den Geist aufgegeben hatte. Einen Tag später fuhren wir dann in die PGE-Arena Danzig bauten auf und zogen wieder Kabel zum Ü-Wagen des BR. Am Tag nach dem Spiel gegen Griechenland ging es für uns dann weiter nach Warschau. Leider verlor die Deutsche Nationalmannschaft  am 28.06.2012 ihr Spiel gegen Italien, und es hieß für uns die Rückreise antreten.

Am 30.06. kamen wir dann wieder gesund in Stuttgart an. Eine Reise mit vielen neuen Eindrücken und schönen Erlebnissen war nun wieder zu Ende.

Hier möchte ich auch alle Mitstreiter des DFB-Konvois grüßen.

Hierzu gehören: Winfried Eß und Thomas Schaller (BR), Uwe Dziergwa und Markus Paul (WDR), Werner Görg und Günter Kunz  (ZDF), Tobi Baumeister (Aufnahmeleiter - ZDF), und Hans Christian Heinz (unser Stringer aus Lviv),und

last but not least - mein Kollege "Andi Dittrich", mit dem ich 4 super Wochen in Polen und der Ukraine verbracht habe.